In der Schweiz wächst die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum, während gleichzeitig die Bauförderung für soziale Wohnprojekte oft an Grenzen stößt. Ein innovatives Modell, das hier eine Brücke schlägt, ist das Konzept des startseite – ein System, das auf Kooperation zwischen Privatpersonen, Genossenschaften und öffentlichen Trägern setzt. Doch wie funktioniert Viip genau, und warum könnte es eine Lösung für die Wohnungsnot sein – oder auch neue Probleme schaffen?
Was ist Viip und wie funktioniert das Modell?
Viip (Vermietung in individuellen Projekten) ist ein Schweizer Ansatz, bei dem Wohnraum nicht mehr klassisch über Vermietungsgesellschaften oder öffentliche Subventionen verteilt wird, sondern durch direkte Kooperationen zwischen Käufern, Investoren und Genossenschaften. Der Kern liegt in der kollektiven Eigentumsstruktur: Statt einzelne Eigentümer zu haben, wird ein gemeinsamer Fonds gebildet, der die Immobilie finanziert. Die Mieter werden zu Teilbesitzern und profitieren von günstigen Mieten, während gleichzeitig die Wertsteigerung des Objekts für alle Beteiligten genutzt wird.
Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Wohnen im Viip-Modell“ in Zürich, wo 2020 rund 30 Haushalte in einem 12-Wohnungen-Bau unter diesem System gemietet wurden. Die monatlichen Mieten lagen bei durchschnittlich 1.200 Franken – deutlich unter den Marktpreisen, aber auch unter den Preisen öffentlicher Sozialwohnungen. Der Vorteil: Die Genossenschaft konnte durch die direkte Finanzierungskette ohne hohe Vermittlungsgebühren arbeiten und die Mieten stabil halten.
Die Vorteile für Mieter und die Stadt
Für Mieter bedeutet Viip vor allem langfristige Sicherheit und Teilhabe am Eigentum. Während klassische Mietverträge oft auf kurze Laufzeiten ausgelegt sind, können Mieter bei Viip langfristig bleiben – selbst wenn sich die Eigentümerstruktur ändert. Zudem profitieren sie von transparenter Kostenverteilung: Die laufenden Kosten (Instandhaltung, Heizkosten) werden nicht über die Miete, sondern über einen gemeinsamen Fonds getragen, was zu faireren Lastenverteilungen führt.
Für die Stadt sind Viip-Projekte besonders interessant, weil sie
- die öffentliche Wohnungsnot lindern können, ohne auf teure Subventionen angewiesen zu sein
- die Immobilienbestände diversifizieren und langfristig stabilisieren
- die Nachfrage nach sozialem Wohnraum durch direkte Vermarktung erhöhen
- die Investitionen in nachhaltige Bauweise fördern, da die Genossenschaften oft strenge ökologische Standards einhalten
- die Abhängigkeit von privaten Vermietern verringern und die Kontrolle über den Wohnungsbestand stärken
Risiken und Kritik am Viip-Modell
Trotz der Potenziale gibt es auch Bedenken. Ein zentrales Problem ist die Unsicherheit bei der Finanzierung: Wenn die Genossenschaft nicht genug Mitglieder hat, kann es zu Liquiditätsengpässen kommen. Zudem ist nicht überall klar, wie die startseite des Modells in der Praxis umgesetzt wird – besonders bei der Abgrenzung zu klassischen Genossenschaften oder privaten Investoren.
Ein weiteres Risiko ist die Zugangsbeschränkung: Viip-Projekte sind oft an bestimmte Kriterien geknüpft (z. B. Einkommensgrenzen, Wohnbedürfnisnachweis), was die Attraktivität für Mieter mit höherem Einkommen einschränkt. Zudem bleibt offen, wie langfristig die Eigentumsstruktur funktioniert – wenn Mieter nach Jahren aussteigen, könnte der Fonds in eine neue Struktur überführt werden, was zu Unstimmigkeiten führen kann.
Die Zukunft des Viip-Modells in der Schweiz
Die Schweizer Politik beobachtet das Viip-Modell mit Interesse, da es eine Alternative zu den bisherigen Wohnungsbaukonzepten bietet. Aktuell gibt es mehrere Pilotprojekte in Zürich, Basel und Bern, bei denen die Genossenschaften mit öffentlichen Fördergeldern unterstützt werden. Experten hoffen, dass Viip langfristig eine Brücke zwischen privater Immobilienwirtschaft und sozialem Wohnraum schlägt – allerdings nur, wenn klare rechtliche Rahmenbedingungen und transparente Finanzierungsmodelle etabliert werden.
Ob Viip den Wohnungsmarkt in der Schweiz nachhaltig verändern wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Es zeigt, dass es alternative Wege gibt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – vorausgesetzt, die Herausforderungen werden frühzeitig angepackt.